HISTORIA

1899-1945
Die Geschichte des Unternehmens beginnt 1899, als Johann Obergfell (1871-1941) mit der industriellen Fertigung von Stabgongs startete, einer eigenen Entwicklung aus dem Vorjahr. Die neuartigen Gongstäbe verdrängten die bis dahin überwiegend aus England importierten Rundgongs. Noch im Gründungsjahr wurde die Entwicklung ausgezeichnet und 1900 ließ Mathias Bäuerle den Stabgong mit Obergfells Zustimmung in Österreich patentieren.
Mit der wachsenden Nachfrage errichtete Obergfell in St.Georgen ein eigenes Fabrikgebäude mit Werkstatt. Das Unternehmen wuchs parallel zum allgemeinen Aufschwung der Schwarzwälder Uhrenindustrie. Als Mitgründer Johann Georg Kieninger 1926 ausschied, übernahm Reinhold Obergfell (1894-1961) als Teilhaber die weitere Führung des Unternehmens.
Nach Unternehmensangaben gehörten zum damaligen Sortiment unter anderem feinmechanische Uhrwerke, Synchronuhren, Jahresuhren und Hausuhren, die in zahlreiche Länder exportiert wurden. Zu den technischen Neuerungen dieser Zeit zählte die Weiterentwicklung elektrischer Synchronuhren. Die Weltwirtschaftskrise führte zunächst zu Personalabbau, doch bis 1939 stieg die Beschäftigtenzahl wieder auf rund 75 Mitarbeiter.

1946-1974
Nach dem Zweiten Weltkrieg erschwerten Material- und Maschinenmangel zunächst die Wiederaufnahme der Produktion. Reinhold Obergfell baute das Unternehmen dennoch schrittweise wieder auf und der erzwungene Neuanfang wurde zugleich genutzt, um die Produktion zu modernisieren. Nachdem sein Sohn Herbert Obergfell (1922-1997) in die Firma eingetreten war, unternahm die Unternehmensleitung in den 1950er Jahren gezielt Schritte, um die bisherige Ausrichtung auf Uhren zu erweitern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Neben einem selbstanlaufenden Kleinst-Synchronmotor begann KUNDO mit der Serienfertigung von Programmschaltwerken für Wasch- und Geschirrspülautomaten. Auch im Uhrenbereich beschritt das Unternehmen ab 1955 mit dem Einsatz von Transistoren neue technische Wege.
Parallel dazu investierte Kieninger & Obergfell in die Entwicklung elektronischer Uhrentechnik. 1955 brachte das Unternehmen mit der KUNDO electronic 1000 nach Angaben die erste serienmäßig gefertigte, elektronisch gesteuerte Uhr der Welt auf den Markt, die bis dahin übliche Kontaktsteuerungen wurde dabei durch eine Transistorschaltung ersetzt. Besonders auf den nordamerikanischen Markt erwiesen sich die Transistoruhren als Erfolg; zu den wichtigsten Abnehmern zählten dort Howard Miller und Adler. In den folgenden Jahren erweiterte KUNDO sein Sortiment außerdem um Grillantriebe sowie Spezialkonstruktionen für die Medizintechnik.
Ende der 1960er Jahre reagierte das Unternehmen auf den technologischen Wandel im Uhrenbau mit der Entwicklung quarzgesteuerter Uhren. 1971 kam mit der batteriebetriebenen KUNDO ele-Quarz 2000 eine Digitaluhr mit Klappzahlanzeige auf den Markt. Zwei Jahre später folgte die KUNDO transsegmenta, eine Tischuhr mit elektronischer LED-Anzeige, die als erste in Großserie gefertigte Tischuhr ohne mechanische Bauteile gilt.

1975-1992
Wie viele Unternehmen der Schwarzwälder Uhrenindustrie geriet auch Kieninger & Obergfell in den 1970er Jahren durch den Siegeszug preisgünstiger Quarzuhren und zunehmende Konkurrenz japanischer Hersteller unter wirtschaftlichen Druck. Als Reaktion richtete das Unternehmen seine Geschäftstätigkeit verstärkt auf elektronische Steuerungstechnik und industrielle Anwendungen aus.
Zusammen mit Staiger gründete Kieninger & Obergfell im Rahmen eines vom Bundesforschungsministerium geförderten Entwicklungsprojekts 1980 die Uhrentechnik Schwarzwald GmbH (U.T.S.), die fortan in Hardt und Mariazell Quarzwerke in automatisierter Serienfertigung herstellte. Ziel der gemeinsamen Tochtergesellschaft war der Aufbau einer vollautomatischen Produktion von Quarzwerken; 1981 kam ein Zweigwerk in den USA hinzu. Bis 1985 stand die vollautomatische Werkproduktion, und die Produktionskapazität wurde in den folgenden Jahren deutlich ausgebaut. Im selben Jahr stellte KUNDO mit dem KUNDO Spacetimer seine erste serienmäßig gefertigte Funkuhr für den Uhrenhandel vor, präsentiert auf der Basler Uhrenmesse. Ab 1985 fertigte das Unternehmen zudem Funkuhren für Endverbraucher.
Neben dem Jahrgeschäft entwickelten sich Programmschaltwerke zu einem zunehmend wichtigen Geschäftsbereich. In den 1980er Jahren erweiterte KUNDO sein Produktspektrum unter anderem um einen mikroprozessorgesteuerten Heizkostenverteiler. 1992 wurden die Uhrensparten von Kieninger & Obergfell (KUNDO) und Staiger, aufbauend auf der gemeinsamen Tochtergesellschaft U.T.S., zur Kundo-Staiger Zeit und Technik GmbH zusammengeführt – eine Reaktion auf den anhaltenden technologischen Wandel und den zunehmenden internationalen Wettbewerbsdruck in der Uhrenindustrie.

1993-2024
Nach der Fusion zur Kundo-Staiger Zeit und Technik GmbH verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage des Uhrengeschäfts weiter. Der zunehmende internationale Wettbewerbsdruck führte trotz Sanierungsmaßnahmen im Jahr 2000 zur Insolvenz des Unternehmens. Bereits zuvor waren mehrere Geschäftsbereiche ausgegliedert worden, darunter die Verbrauchsmesstechnik, die Bierleitungsreinigung, U.T.S. sowie der Sondermaschinenbau Ecotec. Zur Neuordnung der Unternehmensaktivitäten gründete die Familie Obergfell 2001 die OTG AG als Holdinggesellschaft. Ein Schwerpunkt lag fortan auf der Verbrauchsmesstechnik mit einem Produktspektrum aus elektronischen Heizkostenverteilern, Wärmezählern und funkbasierten Fernauslesesystemen. Für einen funkfähigen Heizkostenverteiler erhielt das Unternehmen 1995 den Rudolf-Eberle-Preis des Landes Baden-Württemberg.
Die Verbrauchsmesstechnik wuchs zu einem bedeutenden Geschäftsfeld heran; aus dem Zusammenschluss mit der Siemens Messtechnik in Mühlhausen entstand später die Qundis GmbH, an der KUNDO zunächst beteiligt blieb. Nach dem Verkauf dieser Beteiligung im Jahr 2012 konzentrierte sich das Unternehmen wieder auf seine Kernaktivitäten. Nach dem Verkauf dieser Beteiligung im Jahr 2012 konzentrierte sich das Unternehmen wieder auf seine Kernaktivitäten. Auch die U.T.S. entwickelte sich nach ihrer Übernahme 1995 weiter und belieferte internationale Kunden mit Quarz- und Funkuhrwerken. Im Zuge einer strategischen Neuausrichtung ging das Industriekundengeschäft schließlich in der heutigen KUNDO xT GmbH auf, während das Uhrengeschäft weiterhin über U.T.S. Asia abgewickelt wird.
Der Sondermaschinenbau wurde derweil von der Ecotec GmbH fortgeführt, die in den 1980er Jahren aus der U.T.S. Uhrentechnik Schwarzwald hervorgegangen war. Nach deren Insolvenz übernahm die ACI AG das Geschäft 2004 und formte daraus die ACI-Ecotec GmbH & Co. KG. In den folgenden Jahren konzentrierte sich die Unternehmensgruppe zunehmend auf Mess-, Steuerungs- und Sicherheitstechnik. Aus den verbliebenen Geschäftsbereichen entstand schließlich die heutige KUNDO xT GmbH mit den Produktschwerpunkten Gaswarnsysteme sowie elektronische Mess- und Steuerungstechnik.

ab 2022
Seit dem 7. Januar 2022 leitet Tilman Obergfell (*1990), Sohn des früheren Geschäftsführers Frank Obergfell (*1956), die KUNDO xT GmbH als Geschäftsführer. Er übernahm die Unternehmensleitung im Rahmen des Generationswechsels innerhalb des Familienunternehmens. Der Produktschwerpunkt liegt heute auf Gaswarnsystemen für gewerbliche und industrielle Anwendungen. Das modulare System GAS CONTROL dient der Überwachung verschiedener Gase, insbesondere von Kohlendioxid (CO2), und besteht aus einer zentralen Steuereinheit, Sensoren, Alarmmodulen sowie einer App zur Konfiguration und Wartung der Anlagen. Zu den weiteren Tätigkeitsfeldern zählen Mess- und Steuerungstechnik sowie elektronische Lösungen für die Gebäude- und Anlagentechnik.